Angela Zumbrunn zum Tag der Migration am 18. Dezember 2022
Lücken schliessen
«Es ist faszinierend zu sehen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Zusammenleben in unserem Land engagieren», sagt Angela Zumbrunn im Interview mit The Philantropist.
Das Thema Migration ist laut Zumbrunn hochaktuell: «Die Schweizer Integrationslandschaft ist zwar bereits relativ dicht und Bund und Kantone decken viele Bereiche ab. Doch es gibt noch Lücken. So gibt es Menschen, die durch das Netz der Integrationsarbeit der Behörden fallen. Wir wollen diese Lücken schliessen und nicht parallele Angebote aufbauen.»
«ici. gemeinsam hier.» berücksichtige bewusst kleine, divers zusammengesetzte Projektteams, in denen die Menschen, die von den Aktivitäten profitieren, selbst mitarbeiten. Aktuell werden laut Zumbrunn 92 Projekte finanziell und fachlich begleitet. Die zweite Ausschreibung für das Förderprogramm startet im Frühjahr 2023.
Integration im Alltag
In der NZZ am Sonntag (zum PDF) gibt Angela Zumbrunn einen Einblick in ihre eigene Migrationsgeschichte: Sie wurde vor 40 Jahren in Sri Lanka geboren und von einer Schweizer Familie adoptiert. Im Bernerbär erzählt sie, wie sie als Kind von der Schweizer Gesellschaft skeptisch betrachtet wurde.
In der Schweizer Illustrierten plädiert sie für mehr Offenheit und gibt Tipps, wie zugezogene Familien beim Ankommen unterstützt werden können: «Laden Sie doch am nächsten Kindergeburtstag auch Schulgspändli ein, die noch nicht so lange in der Schweiz leben und andere Sprachen sprechen. Gemeinsam spielen und feiern verbindet», sagt sie. Sie ermuntert die Leser*innen, auch die Eltern zum Umtrunk in der Küche einzuladen, denn «dort finden erfahrungsgemäss die coolsten Gespräche statt und man kann sich unkompliziert kennen lernen.»
Angela Zumbrunn
Verantwortlich für die Auswahl der geförderten Projekte und Kuratorin der wichtigen Initiative ist Angela Zumbrunn. Nach zahlreichen bereichernden Arbeitserfahrungen in verschiedenen Institutionen in der Schweiz und im Ausland schätzt sie an ihrer neuen Aufgabe besonders die Möglichkeit, sich einzubringen und mit der kreativen Seite der Projekte in Kontakt zu treten. Wir trafen die Projektleiterin in den hellen Räumen der ehemaligen Löwenbräu-Brauerei in Zürich, dem Sitz der Direktion Gesellschaft & Kultur des Migros-Genossenschafts-Bundes. Diese bildet das Kompetenzzentrum des gesellschaftlichen Engagement der Migros.