Ausschreibung «Mehrsprachig aufwachsen»
* Begriffsklärung: Unter Lokalsprache wird die am Wohnort gesprochene Sprache verstanden. Die Erstsprache(n) beziehen sich auf die erste(n) Sprache(n), die ein Kind lernt und die häufig im familiären Kontext gesprochen wird (werden).
Das Wichtigste in Kürze
Euer Angebot oder Projekt richtet sich an mehrsprachige Familien und ihre Kinder im Vorschulalter und erreicht insbesondere auch Familien in herausfordernden finanziellen oder sozialen Lebenslagen.
Euer Gesuch könnt ihr fortlaufend bis zum 30. Juni 2027 eingeben. Die Gesuche werden an drei Terminen beurteilt: am 14. Januar 2027, am 6. April 2027 und am 1. Juli 2027.
Bewerben können sich auch Projekte, die bereits in der Vergangenheit durch Mini-Grants von «ici. gemeinsam hier.» gefördert worden sind. Ausgeschlossen sind staatliche Organisationen, öffentliche oder private Schulen und reguläre Betreuungsangebote.
Ausgewählte Angebote und Projekte werden mit einem finanziellen Beitrag zwischen CHF 3'000.– und CHF 10'000.– unterstützt.
So funktioniert der Bewerbungsprozess
Fragen und Antworten
Mit der Ausschreibung «Mehrsprachig aufwachsen» möchte das Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» dazu beitragen, gute Rahmenbedingungen für ein mehrsprachiges Aufwachsen zu schaffen und dabei das zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken. Das Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» versteht die familiäre Mehrsprachigkeit als Ressource und gesellschaftlichen Wert.
Die Ausschreibung unterstützt lokale Vereine, Organisationen und freiwillig Engagierte in der ganzen Schweiz dabei, niederschwellige Begegnungs- und Lernräume für mehrsprachige Familien zu schaffen. Diese sind offen gestaltet, gut erreichbar und möglichst frei von sprachlichen, finanziellen oder organisatorischen Hürden. Die unterstützten Angebote und Projekte fördern den Zugang zu Informationen und Bildungsangeboten, stärken die Teilhabe von Eltern und Kindern und tragen dazu bei, die Ressourcen mehrsprachiger Familien sichtbar zu machen.
Die Ausschreibung ergänzt bestehende Integrations- und Sprachförderangebote und stärkt die Voraussetzungen für ein mehrsprachiges Aufwachsen, indem sowohl die Lokalsprache* als auch die Erstsprache von Kindern und Familien wertgeschätzt und gefördert werden. Ziel ist ein mehrsprachiges Aufwachsen, das auf Wertschätzung, Teilhabe, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt basiert.
Gefördert werden Angebote und Projekte, die die Mehrsprachigkeit von Familien mit Kindern im Vorschulalter (0 bis 6 Jahre) stärken und die insbesondere auch Familien in finanziell oder sozial herausfordernden Lebenslagen erreichen. Die Angebote und Projekte lassen sich in folgende Themen einordnen:
1. Zusammenarbeit mit Eltern und Bezugspersonen stärken, zum Beispiel:
Elternberatungsangebote mit Kinderbetreuung durch mehrsprachige Mitarbeitende
Angebote zur Förderung der mehrsprachigen Eltern-Kind-Kommunikation
Elternbildungsangebote, z. B. zu mehrsprachiger Erziehung
2. Ausbau von mehrsprachiger Infrastruktur und mehrsprachigen Materialien, zum Beispiel:
Entwicklung von mehrsprachigen Materialien
Kooperationen mit Bibliotheken zur Bereitstellung von mehrsprachigen Büchern und Programmen für Familien mit Kindern im Vorschulalter
Reduktion der Zugangsbarrieren zu Freizeitangeboten für mehrsprachige Familien
3. Erweiterung bestehender Angebote, zum Beispiel durch folgende Teilprojekte:
Umsetzung mehrsprachiger Freizeitangebote für Familien mit Kindern im Vorschulalter
Schulung von freiwillig Engagierten und Mitarbeitenden zur Förderung von Mehrsprachigkeit in der Arbeit mit Familien und im Projektalltag
Einsatz von mehrsprachigen Schlüsselpersonen
4. Spezifische Projekte zu Mehrsprachigkeit, zum Beispiel:
Mehrsprachige Eltern-Kind-Treffpunkte in Familienzentren
Förderung von Peer-Gruppen für Kinder für ihre Erstsprache
Hinweis: Die genannten Beispiele sind nicht abschliessend und können durch weitere Angebote und Projekte in den genannten vier Themen erweitert werden.
Berücksichtigt werden Vorhaben, die:
mehrsprachige Familien und insbesondere auch Familien in herausfordernden finanziellen und sozialen Lebenslagen erreichen;
Angebote entwickeln, die offen gestaltet, gut erreichbar und möglichst frei von sprachlichen, finanziellen oder organisatorischen Hürden sind;
mit Eltern und nach Möglichkeit auch mit ihren Kindern zwischen 0 und 6 Jahren zusammenarbeiten oder sie aktiv miteinbeziehen;
mit freiwillig Engagierten zusammenarbeiten;
anspruchsvolle Ziele verfolgen und realistisch geplant und umgesetzt werden.
Alle Informationen zu den geförderten Themen und Kriterien findet ihr in den Richtlinien / Richtlinien in einfacher Sprache. Bitte lest diese genau durch, bevor ihr ein Gesuch einreicht.
Die Auswahl der Förderprojekte erfolgt in drei Schritten:
1. Förderprojekt einreichen
Euer Gesuch könnt ihr fortlaufend bis zum 30. Juni 2027 hier eingeben.
2. Jurierung
Die Förderprojekte werden in drei Jurierungsrunden ausgewählt:
14. Januar 2027
6. April 2027
1. Juli 2027
3. Förderentscheid
Die Jury von «ici. gemeinsam hier.» fällt den Förderentscheid. Dieser wird bis spätestens zwei Wochen nach der Jurierung kommuniziert.
Mit einem Begleitprogramm möchte das Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» den Austausch zwischen den geförderten Angeboten und Projekten stärken, die sich für mehrsprachiges Aufwachsen engagieren.
Geplant sind freiwillige Vernetzungsangebote zu verschiedenen Themen. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich an den Bedürfnissen der geförderten Projekte und wird Anfang 2027 kommuniziert.
Weitere Informationen
Richtlinien
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Richtlinien (PDF) -
Richtlinien in einfacher Sprache (PDF)
Projekt einreichen
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Zum Gesuchsportal -
Hilfsdokument (Word)
Inhaltliche Grundlagen
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Broschüre «Alle Sprachen sind wichtig» (2025) -
Begleitforschung der Pädagogischen Hochschule St.Gallen
Hilfreiche Unterlagen
Für die Entwicklung der Projekte empfehlen wir:
Begleitforschung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen zu mehrsprachigem Aufwachsen
Broschüre «Alle Sprachen sind wichtig» von «ici. gemeinsam hier.» (2025) mit Handlungsempfehlungen für Angebote und Projekte
Hintergrund
Mehrsprachigkeit gehört für viele Familien zum Alltag. 38 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz hören zuhause mindestens zwei Sprachen (Bundesamt für Statistik, August 2025). Gleichzeitig hängt die gesellschaftliche Anerkennung von Mehrsprachigkeit oft davon ab, welche Sprache gesprochen wird. Gerade Sprachen von Familien mit Migrationsgeschichte oder Sprachen, die in der Gesellschaft weniger verbreitet sind, erhalten häufig weniger Sichtbarkeit und Wertschätzung als etablierte Mehrheitssprachen.
Dabei zeigen Forschung und Praxiserfahrungen, dass Kinder in ihrer sprachlichen, kognitiven und emotionalen Entwicklung davon profitieren, wenn ihre Bezugspersonen mit ihnen in ihrer Erstsprache kommunizieren. Mehrsprachigkeit stärkt nicht nur die Kommunikation innerhalb von Familien, sondern unterstützt Kinder auch dabei, ein Gefühl für die eigene Herkunft und Persönlichkeit zu entwickeln. Sie stärkt zudem ihr Zugehörigkeitsgefühl. Besonders für Familien in herausfordernden finanziellen und sozialen Lebenslagen können Angebote und Projekte, die verschiedene Sprachen berücksichtigen und wertschätzen, einen wichtigen Beitrag zu Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe leisten.
Die Ausschreibung «Mehrsprachig aufwachsen» baut auf den Erkenntnissen der Begleitforschung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und den daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen auf. Sie unterstützt lokale Vereine und gemeinnützige Organisationen aus der ganzen Schweiz, die Familien darin stärken, in ihrem Alltag sowohl die Lokalsprache* als auch die Erstsprache zu sprechen. Damit ergänzt sie bestehende Massnahmen zur Förderung der Lokalsprache.
Noch Fragen?
Anlaufstelle für alle Fragen zu dieser Ausschreibung: info@ici-gemeinsam-hier.ch